Mein Leben und meine Stimmen

Ich habe zwei gewaltige psychische Krisen erlebt. Meine zweite wurde durch Mitgliedschaft in einer innerkirchlichen – damals noch – Sekte verursacht. Ich wurde zur Stimmenhörerin, ich hörte Gedanken, die nicht die meinen waren.

Man hatte dort meinen Hang zum Mystizismus, mein Zurückwollen in die magische Welt der Märchen weidlich ausgenutzt. Als ich Zuhause rund um den Aschermittwoch eine Vorstellung in mir hochkommen sah von Büchern die zu Asche werden, begann ich mich gegen alle Einflüsse zu wehren und schaffte es dann ein paar Monate später endlich wegzugehen.

Es folgte eine lange Zeit voller Ängste, Stimmen-/Gedankenhören und schlafloser Stunden in der Nacht in der ich nur mit größtem Pflichtbewusstsein meine Alltagsarbeit als Hausfrau und Mutter und Datatypistin erledigte.

Ich suchte mir auf vielen Seiten Hilfe: Akupressur, personenzentrierte Psychotherapie, Begleitung in der Gesellschaft gegen Sekten und Kultgefahren sowie im Institut für Erziehungshilfe.

Aber ein ganz wichtiger Durchbruch für mich war die Begegnung mit Monika Mikus.

Sie geht in die Frauenrunde der Piaristenpfarre und dort haben wir uns auch kennengelernt. Sie ging auf mich zu und überreichte mir ihre Geschenkpublikation und erzählte mir, dass sie Stimmenhörerin sei. Diese Begegnung erlebte ich als befreiend, während ihr erster Eindruck der war  –  v.a. weil ich danach (aus anderen Gründen) nicht mehr zur Frauenrunde kam – , dass sie mich verängstigt hätte.

Wir trafen uns dann zufällig wieder und sie lud mich zu sich ein. Wir saßen in einem ihrer Zimmer auf kleinen Lehnstühlen und sie erzählte von ihrer Stimme – Adonis – ganz unbeschwert, ganz alltäglich, und dass sie mit dieser Stimme geredet hätte und ihr geantwortet hätte, sie gefragt hätte. Ich hörte ihr mit offenem Mund zu und fühlte mich erleichtert: Man kann mit den Stimmen reden? Darf man denn das? Monika hat meine Stimmen entmystifiziert.

Stigma verfasst von Birgit

Vorurteile der Gesellschaft gegen Arme und psychisch Kranke

„Sie lügen, betrügen und stehlen,

sind ungepflegt, dreckig und stinken

schlicht sind faul.“

Dabei sind wir nicht anders als der Rest der Gesellschaft.

Die Gesellschaft ist uns gegenüber ungerecht.

Überall stößt man auf solche Vorurteile, wenn man sich outet.

Nützlich wäre eine Kampagne, dass Arme und psychisch Kranke so sind wie du und ich.

Das müsste in die Gesellschaft getragen werden,

so dass man akzeptiert und wie jeder andere respektiert wird.

Von der Beschäftigungstherapie zum Integrationsprojekt verfasst von Anton Blitzstein

In den vergangenen 30 Jahren habe ich viele verschiedene Projekte ins Leben gerufen, vom psychiatriebetroffenen-Film bis hin zur tanzenden Geburtstagsüberraschung, die zu gegebenen Anlässen aus riesigen Papiermachetorten springt. Doch eine meiner erfolgreichsten Erfindungen war der erste österreichische Psychiatriekunstkalender.

Es war 1980 als ich das erste Mal die Idee hatte einen Psychiatriekunstkalender zu produzieren. Als ersten Schritt versuchte ich also einige Kollegen, von denen ich wusste, dass sie sich mit Malerei beschäftigt hatten, für mein Vorhaben zu interessieren. Da wir aber die wichtigsten Fragen, wie etwa wer finanziert den Kalender, wer macht die Arbeit und wo sollen wir ihn verkaufen, nicht geklärt hatten, schlief das Projekt vorerst wieder ein. Alle diese Fragen stellten uns vor schier unlösbare Probleme. Als dann auch noch einer der Kollegen Geld für Copyrights wollte, bevor wir es verdient hatten, schien das Projekt endgültig gestorben.

Bis ich mir eines Tages 1985 dachte: wozu Copyrights ankaufen?  Hatte ich doch zum damaligen Zeitpunkt bereits mehrere hundert verschiedene Gemälde vollendet. Ich startete also meinen zweiten Versuch im Alleingang, zertrümmerte mein Sparschwein, begab mich in den nächsten Copy-Shop und siehe da, die ersten Kalender waren produziert.

Anton Blitzstein

„aktuell“

aktuell

aktuell ist es vergangenheit?

ist das vergangene aktuell?

lerne ich aktuell aus der vergangenheit?

kann man hier und jetzt mit seiner geschichte aktuell leben?

sind all diese fragen, keine fragen, sondern die realen antworten?

und schon wieder eine aktuelle frage. sind die „?“ eigentlich „!“?

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Anästhesie

Anästhesie

Schlaf
Schlaf ein
Schlaf ein mit mir
Schlaf ein und weiß, dass ich Dich liebe.

Schlaf ein mein Schatz und tanke Leben.
Schlaf ein, dann kannst Du vieles geben.

Schlaf ein mein Schatz und finde Ruh.
In Liebe decke ich Dich zu.

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Bärenstein

Bärenstein

Bärenstark und hart wie Stein
Da bin ich gut
Drum glaubt ich – s’is mein.

Doch auch der Bär die Liebe kennt,
ganz zart und weich auch „Bär“ sein eigen nennt.

Als Stein zu sein, ist Leben nicht,
es ist zu hart, hat z’viel Gewicht.

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